Startseite

Späße von und über Max Reger
Buchempfehlung: v. Stein, Max M.: Der heitere Reger



Der Reger-Lebkuchen wird erforscht

> s.Artikel Die Tonkunst
___________________________________________________________________________________

Das Ochsenmenuett von Haydn

In Hamburg spielte Max Reger den Klavierpart in Schuberts Forellenquintett. Eine Verehrerin schrieb dem Meister am nächsten Tag, daß sie sich als Zeichen ihrer Bewunderung erlaubt habe, ihm fünf lebende, wunderschöne Forellen zu übersenden. Reger bedankte sich herzlich und schrieb zurück: "Verehrte gnädige Frau, ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß ich in wenigen Tagen bei meinem nächsten Konzert das Ochsenmenuett von Haydn spielen werde."
____________________________________________________________________________________

1000 Zigaretten

Max Reger Leipzig, den 8. Mai [19]07 Felixstraße 4 II
Sehr verehrter lieber Freund! Erst heute kann ich Ihnen für Sendung des Pianinos bestens u[nd] herzlichst danken! Ich hab es mir erst heute von Ihrem Vertreter bringen lassen; das Pianino ist nun ganz ausgezeichnet; ich bin erstaunt, wirklich erstaunt über diese Tonfülle! Also: Herzlichen Dank! Sodann: ich werde Ihnen rechtzeitig Nachricht geben, damit Sie wissen wo ich kommende Saison spiele u[nd] Ihre Flügel erbitte! Ich hoffe sehr, Ihnen darüber recht balde definitive Nachrichten zukommen zu lassen d[as] h[eißt] zu können! Ferner: am 1. Oktober dieses Jahres erscheint bei Lauterbach & Dr. Kuhn in Leipzig, Rohrstraße mein op. 100: Variationen u[nd] Fuge für Orchester über ein Thema von J. Adam Hiller (1770)! Bitte machen Sie doch alle Ihnen bekannten Dirigenten thatkräftigst auf dieses Werk aufmerksam, damit die Herren alle das Werk sicher in kommender Saison aufführen. Sodann: wann erhalte ich die Cigaretten? Bitte senden Sie mir doch recht balde 1000 Stück; aber lassen Sie mich sicher wissen was dieselben Kosten, damit ich Ihnen den Betrag ersetzen kann! Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir recht bald die 1000 Stück Cigaretten (russische) zukommen ließen; aber bitte: Preis mir nennen, damit ich Ihnen nicht so sehr zur Last falle. Nun nochmals herzlichsten Dank, beste Grüße XXXXX XXXXXXX XXXXXX Max Reger
[P.S.] Haben Sie meinen letzten Brief mit meinem Schreiben über Ihren Flügel, der bei mir steht, nicht erhalten?

Link: Ibach-Flügel
_____________________________________________________________________________________________

An gewoltinga Schlussakkord

HOFER SPAZIERGÄNGER
Im Geing-Solo hamm die Abfiehr-Dropfn gewirkt


http://www.frankenpost.de/nachrichten/gerch/resyart.phtm?id=1038105

Letzta Wochn iss der Hans 60 Johr olt worrn – und do gab's dahamm a großa Feier mit 35 Verwandta und Freind. Ols Hehebunkt von derra Feier wor der Aufdridd voneran oltn Schulkamerodn geplont, der woss auf der Geing na Hans sei Lieblingsschtigg schpilln sollt, nämlich die „Sonate A-Dur opus 42 Nr. 2 für Violine allein“ von Max Reger, der wor ja a weltberiehmter Kombonist ausn Fichtlgebirch.
Etzert muss'mer wissn, dass na Hans ols junger Mo die ernsta Musigg nuch net so begeistert hot. Sellmoll wor'er erra auf die Schloocher von der Hitparadn gschtandn, obber im Lauf von san Leem hot sich musikalisch die Wandlung vollzoong vom Max Greger zum Max Reger – und do wor dess Violin-Solo nadirlich firn Hans a bsondersch feinsinnigs Gschenk zer san 60. Gebartsdooch. Obber leider iss aus derra musisch hochwertinga Auffiehrung a Lachnummer worrn!
Ols Solist iss extra der Schulfreind Heiner, der woss seit villn Johrna in Hamburch lebbt und do droom ols Geiger ineran Orchester sei Geld verdient, vier Dooch vorher nooch Hof gereist. Er hot sich in seiner oltn Haamet aweng umgschaut – und dabei iss der Feingeist immerzu an die gudn Hofer Wärscht hänga gebliem. In reglrechta Wärschtla-Addaggn hot sich der Ex-Hofer mit Wienerla und Gnagger, mit „Bauern“ und Brodwärscht na Ranzn vull gschtopft. A sedda radikala Umschtellung in der Ernährung hamm leider sei Moong und sei Darm net mitgemacht – der Geing-Heiner konnt jednfolls drei Dooch lang net aufs Klo geh. „Mei Bauch iss wie ausbedonniert“, hot'er gejammert, „und ich hob jedn Moment dess Gfiehl, dass ich blatz!! Ich brauch dringend a Abfiehrmiddl!“
Also iss'er inera Abbodeekn ganga. „Schütten Sie von diesem Fläschchen zehn Tropfen in ein Glas Wasser“, hot der Weißkiddl gsocht, obber der Heiner wor so schlecht beinanner, dass'er sich an Dregg um die Dosierung gekimmert hot. Hausn auf der Schtraßn hot'er sich gleich des holba Fläschla direkt in die Guschn nei'gschitt – und dodermit hot dess Drama san Anfang genumma.
Drei Schtund schpeter wor dann auf der Gebartsdooch-Feier na Heiner sei Solo dro. Die „Sonate A-Dur opus 42 Nr. 2“ hot ja drei Sätz – a jeder dauert drei bis vier Minuddn, obber af derra Feier iss dess Kunstwerk ziemlich zamm'gschrumpft. Wie neemlich der Heiner die Geing grod an san Hols o'setzt, verschpiert'er a komischs Grummln in san Bauch – ausgerechnt etzert hot die Iberdosis vom Abfiehrmiddl zern wirkn o'gfangt, obber frooch net, wie!!! Middn im erschtn Satz iss na Heiner der kolta Schwaaß auf der Schtern ausgebrochn und er hot seina Orschbaggn zamm'gezwiggt. „Allegro“, also „lebhaft“ sollt dess Tempo fir die Geing saa, obber der Heiner hot in seiner Not in Hochgschwindichkeit gfiedlt wie a ungarischer Zigeiner. A fachkundicher Gast iss ganz misstrauisch worrn. „Der spielt doch viel zu schnell“, hot'er san rechtn Nachbern ins Ohr gfischbert. Obber na Heiner wor a sedda Kridigg vellich warscht, er wollt einfach schnell fertich werrn und naus aufn Abbert. Im Laafschridd iss'er dann nooch na erschtn Satz aufs Klo gewercht – und do drinna hätt's na boll zerrissn. Sogor im Wohnzimmer hot'mer Donnerschleech k'heert, obwohl am Himml ka aanzicha Gewidderwolkn gsehng worrn iss.
Nooch fimf Minuddn kam dann unner Virtuose entgrampft und mit geleestn Gsicht widder zerrigg und hot auf der Geing na zweitn Satz in Angriff genumma – etzert schee langsam, wall ja der middlera Daal „andantino“ gschpillt werrn musst. Obber auf Schluss zu hot der Heiner fei scho widder im Bauch woss gschpiert – und er hot vorsichtsholber min Fiedlboong widder Gas geem.
Am End vom zweitn Satz hot unner Musikant dess Gfiehl k'habt, dass'er trotz den dauerndn Gequagger im Bauch na driddn und letztn Satz mit aweng Disziplin gor schafft, bevor der näggsta Darm-Tsunami kimmt – und hot gleich los'geleecht, und zwor „prestissimo“. Der Max Reger seelich hot zwor fir den Schlussdaal sowieso dess schnellsta Tempo vorgschriem, obber so rasant wie aufm Hans san Gebartsdooch iss der dridda Satz von den „opus 42 Nr. 2“ nuch nie gschpillt worrn.
Es wor obber aa heggsta Zeid, dass die Sonatn zer End ganga iss: Im Geiger san Bauch iss neemlich inzwischn der Kessldrugg auf vier Atü gschtieng, und es wär ums Hoor vor die Gäst zur Kaddaschtrofn kumma – im ollerletztn Moment hot der Heiner nuch die Kurvn gricht! Middn im Abblaus hot der Kinstler sei Geing in die Eggn gschmissn und iss im Dauerlaaf darchs Wohnzimmer gflitzt – und von draußn hot'mer dann an gewoltinga Schlussakkord k'heert, der woss fei im Max Reger seina Notn gor net vorkumma iss... GERCH
__________________________________________________________________________________________