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Max Reger Tage 2007 eröffnet
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Weiden 28.7.07
Am Freitag Abend eröffneten die Hofer Symphoniker
unter Johannes Wildener offiziell die Max Reger-Tage
2007 in der Omnibushalle der Firma Wies Faszinatour
in Weiden.



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Sie boten ein romantisch-beschwingtes Programm mit Musik von Reger und Richard Strauss.
Für den Violin-Solo-Part bei Regers Romanzen op.50 konnte Thomas Selditz aus Hamburg
gewonnen werden, der bemerkenswerterweise als bekannter Bratschist (er lehrt das Fach Viola
an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg) das Werk souverän interpretierte. Die Hofer
Symphoniker zeigten ein geschlossenes Klangbild, welches in beiden stark kontrastierenden Programmhälften überzeugen konnte: dem romantischen Charakter des ersten Konzertteils mit Regers Largo aus dem Konzert im alten Stil und seinen beiden Romanzen op.50, die mit den Richard Strauss` Streichsextett aus der Oper
Capriccio wundervoll interagierten, folgten nach der Pause die von Kutzer orchestrierten Reger-Lieder;
selten Gehörtes in erstaunlicher Harmonie, stammt das Spätwerk Capriccio doch aus dem Jahre 1940/41.
Herrlich beschwingt erklang zum Abschluß die Walzerfolge aus dem Rosenkavalier. Das Dirigat Herrn Wildeners führte Orchester und Solist stets sicher durch die wechselnden Stimmungslagen; sein herzlicher Humor und beinahe südländisches Temperament übertrug sich spürbar positiv auf Musiker und Publikum, welches die künstlerischen Leistungen aller Beteiligten mit großem Applaus honorierte. Es fehlten nur noch die Bravo-Rufe; eine Zugabe wäre dann dem Dirigenten leichter gefallen .

Sehr erfreulich war der Rekordbesuch von über 700 Gästen, wie Herr Wolfgang Wies in seiner Begrüßungsrede als Gastgeber feststellte. Es folgten die Ansprachen von Regierungspräsident Dr. Wolfgang Kunert, Vorsitzender des Fördervereins, sowie Prof. Kurt Seibert; beide betonten die positive Entwicklung der Max Reger-Tage, hinsichtlich der geographischen Ausweitung bis - erstmals in diesem Jahr - einer Veranstaltung in Regensburg und den stetig steigenden Besucherzahlen. Im Mittelpunkt stehe natürlich der hohe künstlerische Anspruch, der durch die Teilnahme hochrangiger Musiker, Ensembles und Dozenten untermauert werde, wie Prof. Seibert aussführte.

Ein Blick in das diesjährige Veranstaltungsprogramm bestätigt das enorme Niveau dieses Festivals, das
sicherlich noch mehr überregionales Interesse verdienen würde. Stellvertretend sei hier beispielweise die Darbietung der kompletten Achtzehn Gesänge op.75 mit Boris Cepeda und dem Bariton Peter Schöne
genannt, führt doch das umfangreiche Liedschaffen Regers ( über 300 Lieder) noch immer ein Schattendasein
im Konzertgeschehen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist , dass die beiden Künstler auch eine Gesamteinspielung dieses Opus planen.


Nach dem Konzert hatte der Autor die Gelegenheit, Herrn Prof. Seibert eine Verwandte Max Regers vorzustellen:
Frau Zubiller war gemeinsam mit ihrem Ehemann aus Wiesbaden angereist, um einen Oberpfalzurlaub mit einem
Besuch der Max Reger-Tage zu verbinden. Frau Zubiller ist gebütige Ambergerin, ihr Vater - Christian Zrenner -
war dort Organist und Chorleiter, ihr Urgroßvater - Josef Zahn - war der Cousin von Philomena Reger
( vgl. Stammbaum). Ihren Aufenthalt im Steinwald nutzten Herr und Frau Zubiller, um auf Regers Spuren in Erbendorf, Brand und Grötschenreuth (wo noch immer behauptet wird, dies sei der wahre Geburtsort
von Max Reger), zu wandeln. Die beiden Wiesbadener Gäste waren sehr positiv überrascht von der guten Akustik der Halle der Fa. Wies sowie dem hohen musikalischen Niveau des Abends. Sie werden gerne wieder in die Oberpfalz kommen, um Regers Musik zu hören.

A.P.

Programm 27.7.07

Max Reger (1873 - 1916)
Konzert im alten Stil, op. 123, F-Dur, Largo
Max Reger
Romanze, op. 50 Nr. 1, G-Dur für Violine und Orchester
Richard Strauss (1864 – 1949)
Sextett aus Capriccio op. 85 in Orchesterfassung
Max Reger
Romanze, op. 50 Nr. 2, D-Dur für Violine und Orchester

Max Reger
Humoreske - Frühlingslied – Jagdstück
aus dem Klavierzyklus „Blätter und Blüten“
in der Orchesterfassung von Ernst Kutzer
Richard Strauss
Walzerfolge zum Rosenkavalier op. 59

Hofer Symphoniker
Johannes Wildener
Thomas Sedlitz, Violine

Link: Konzertkritik Andrea Prölß, Der Neue Tag/Oberfalznetz

Leichtes mit klanglicher Raffinesse: Mittelbayerische Zeitung 30.7.07

Teil II: Max Reger Tage Weiden 2007