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"Der Fall Reger muss chronisch werden"

Diese Forderung sind Max Regers eigene Worte und belegen, dass er sich voll und ganz der
Tatsache bewußt war, wie schwierig es war und immer noch ist, sein umfangreiches und
vielschichtiges Werk in der Musikwelt zu positionieren.
Viele große Künstler begleiteten ihn bereits zu Lebzeiten auf diesem steinigen Weg, andere
haben sich mit viel Engagement in den vergangenen einhundert Jahren für Reger eingesetzt;
schließlich finden sich in der Gegenwart erfreulich zahlreiche Protagonisten, die sich für ein
Fortführung dieser Reger-Tradition einsetzen. Wer sich mit Regers Schaffen oder Biographie
beschäftigt, trifft unweigerlich auf diese hochinteressanten Persönlichkeiten und deren Vita.
Hier sollen nach und nach ohne bestimmte Reihenfolge die Freunde und Förderer Max Regers
vorgestellt werden; hauptsächlich möchte ich bestimmte Anlässe oder Jubiläen, aber auch
einzelne Projekte als Inspiration heranziehen.
Anlässlich der Veranstaltung "Busch und Reger" in Bad Arolsen im September 2007 berichte
ich über Fritz Busch. Über ihn gibt es sehr lesenswerte Biographien und Erinnerungen,
besonderes seine Autobiographie " Aus dem Leben eines Musikers" muss geradezu als
Pflichtlektüre gelten.
An dieser Stelle sei auch auf die Seite "Straube und Reger" verwiesen, wo sie sich über das
Treffen der beiden in Frankfurt informieren können.

Für die nähere Zukunft beabsichtige ich weitere Verfechter der Regerschen Sache wie
Henri Marteau, Anton Gloetzner und natürlich auch Adolf Busch vorzustellen. Der Verlag
Toccata Press aus Großbritannien bestätigte mir jüngst das Erscheinen der sicherlich
höchstinteressanten und lange erwarteten Biographie von Tully Potter: "Adolf Busch - A life of a honest musician"für 2008/09. Redaktionelle Korrekturen sowie ein Computerdefekt führten zu der
Verzögerung, wie mir Mr. Martin Anderson mitteilte.

I: "Straube und Reger - Erstes Treffen in Frankfurt
II: Fritz Busch
III: Adolf Busch (in Vorbereitung)
IV: Henri Marteau ( geplant)
V: Anton Gloetzner (geplant)
VI: August Schmid-Lindner
VII: Frieda Kwast-Hodapp (2010)

Fritz Busch 1890-1951

"Es ist noch wichtiger, sich anständig zu benehmen, als gute Musik zu machen."
Fritz Busch

.......................................... Coraggio mio tresor
...........................................l'armata se ne va;
...........................................se non partissi anch'io
...........................................sarebbe una viltà!


Grab in Mengeringhausen

Autogramm-Karte FB von 1937

Mit dieser Strophe eines toskanischen Soldatenliedes verabschiedete sich Fritz Busch im Juni 1933
per Telegramm von Arturo Toscanini vor seiner geplanten Abreise nach Südamerika, nachdem sie
beide kurz nacheinander die Einladung nach Bayreuth abgelehnt hatten.

Die weiteren Geschehnisse der folgenden Jahre der können sie in dem Artikel
"Verlust für Deutschland, Gewinn für die Welt" in Kürze nachlesen.

Am 26. August 2007 fand in Bad Arolsen im Rahmen der Reihe „Musikland Hessen“, veranstaltet vom
Hessischen Rundfunk und den Arolser Schlosskonzerten ein bemerkenswertes Konzert statt:
" Busch und Reger"

An historischer Stätte erklangen Werke seltenen Wertes:
Adolf Busch: Suite für Violine und Saxophon
Adolf Busch: Quintett für Alt-Saxophon und Streichquartett op. 34
Max Reger: Streichquartett Nr. 3 d-Moll op. 74
sowie Auszüge aus der Autobiographie Fritz Busch sowie der Biographie von Grete Busch,
lebendig vorgetragen von dem Schauspieler Michael Kaiser.



Schloss in Bad Arolsen

Das Quatuor Manfred interpretierte gemeinsam mit Joël Versavaud, Saxophon, das anspruchsvolle
Programm. Man muss es gehört haben, wie kongenial ein Saxophon zu Violine und einem Quartett
harmoniert. Zu verdanken ist dieser Umstand einerseiseits dem hochbegabten Geiger-
Komponisisten Adolf Busch, anderseits der ausgezeichneten Darbietung der Werke durch das bestens eingestimmte Quatuor Manfred gemeinsam mit Joël Versavaud; dies verwundert nicht, hat dieses Quartett doch im Jahe 2006 sein 20jähriges Jubiläum begangen.
Die Gründerin, Marie Béreau, führte das Ensemble mit sicherem Gespür durch den vor allem in Regers Streichquartett komplexen Notentext. Derart dargeboten, ausgehend vom explosionsartigem Auftakt, erschloss sich dieses kammermusikalische Hauptwerk Regers in seinem ganzen Umfang "von symphonischer Prägung", wie Cadenbach umschreibt, mit all seinen motivistischen Verzweigungen.

Der lebhafte Applaus des Publikums dankte den Künstlern ihren ambiotionierten Einsatz für die Sache Regers sowie der Busch-Brüder, der Autor schließt sich dem an und dankt dem HR für die Aufzeichnung dieses hochrangigen Musikereignisses. Der Sendetermin : Sonntag, 28. Oktober 2007, 20.05 Uhr in hr2.
Die älteste Besucherin, geboren in Regers Todesjahr, bekundete ausdrücklich ihr Gefallen an Programm und Interpretation.

A.P. 28.8.07

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