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Klavierduo Humburger: Erfolge in Miami

Im März 2008 konnte das Klavierduo Richard & Valentin
Humburger aus Mannheim gleich zwei beachtliche Erfolge
beim Dranoff-Wettbewerb in Miami erzielen: Den dritten
Platz in der Gesamtwertung sowie den diesjährigen Sonder-
preis für die Interpretation eines Werkes von Max Reger.
Sie setzen damit die Erfolgserie deutscher Teilnehmer
dieses ersten und hochkarätigen Wettbewerbs für zwei
Klaviere fort: 1989 konnte das Klavier-Duo Stenzl einen 2.
Platz erringen, 2001 standen das Duo D'Accord sogar auf
dem Siegerpodest.


Photo Piano Duo Humburger

Das Besondere an dem diesjährigen Wettbwerb war der Preis für ein Werk von Max Reger, nämlich
den Variationen und Fuge über ein Thema von Beethoven op.86. Das Duo Humburger hatte dabei
natürlich einen gewissen "Heimvorteil", ohne damit den hohen Schwierigkeitsgrad des Werkes oder
den anspruchsvollen Wettwerb (s. Interview) schmälern zu wollen. Sie studierten bei Ok-Hi Lee und
Rudolf Meister an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim,momentan verfeinern
sie ihre Künste bei den Reger-Spezialisten Yaara Tal and Andreas Groethuysen in München.
Entsprechend lobte The Miami Herald ihre "eiserne" Fingerfertigkeit: "Piano Duo Humburger took the
award for best performance of a Max Reger work for their iron-fingered reading of Reger's daunting
Variations and Fugue on a Theme by Beethoven." (Lawrence A. Johnson, lajohnson@MiamiHerald.com
March 17, 2008)
An dieser Stelle gratuliert proreger.de den beiden Künstlern zu diesen bemerkenswerten Erfolgen und
wünscht für ihre pianistische Zukunft viel Freude mit Klavierwerken für 4H oder 2K in Konzerten und
bei möglichst zahlreichen Einspielungen. Max Reger hat da ja noch einiges zu bieten.

links:

http://dranoff2piano.org/winners.htm

www.humburger.net

Interview mit dem Piano-Duo Humburger

Frage:
Die Geschichte der Wettbewerbe für 2 Klaviere ist ja noch recht jung;
der Dranoff-Wettbewerb gilt als der erste Wettbewerb dieser Art und
existiert seit 1987. Für wie wichtig erachten Sie Wettbewerbe für
Klavierduos?
Große Wettbewerbe für Klavierduos gibt es nicht viele. Die beiden größten und renommiertesten, besonders auch was die Anforderungen an das Repertoire betrifft, sind sicherlich die Wettbewerbe in Miami (Murray-Dranoff-Competition) und München (ARD). Gerade wegen dieser übersichtlichen Anzahl an Wettbewerben für Klavierduos, im Vergleich zu Solo-Wettbewerben, ist es für die Karriere eines Klavierduos besonders wichtig bei diesen beiden Wettbewerben einen Preis zu bekommen. Was man dann danach aus so einem Preis macht ist natürlich genauso wichtig...

Frage:
Gibt es mittlerweile andernorts weitere Wettbewerbe dieser Art? ( ARD, Rom?)
Es gibt neben Miami und München auch noch weitere internationale Wettbewerbe für Klavierduos z.B. in San Marino, Jesenik (Tschechien), Bialystok (Polen) sowie einige Wettbewerbe in Italien.

Frage:
Sehen Sie weitere Förderungsmöglichkeiten für Klavierduos?
(z.B. Spezielle Festivals, Aus-/Weiterbildung, spezialisierte Agenturen etc.)
Meines Wissens gibt es in Deutschland nur an den Hochschulen in München, Hannover und Rostock reine Klavierduoklassen. Um in so einer Klasse zu studieren, muß man allerdings schon einen solistischen Abschluß gemacht haben. Natürlich kann man auch an einer anderen Hochschule im Rahmen des Kammermusik-Aufbaustudienganges das vierhändige Klavierspiel studieren. Wir studieren seit einem Semester bei Yaara Tal und Andreas Groethuysen in München. Die Förderungsmöglichkeiten z.B. Konzertvermittlungen oder Meisterkurse (z.B. bei Andras Schiff) sind dort sehr gut.

Frage:
Welche zeitgenössischen Komponisten beschäftigen sich mit dieser Werkgattung?
("Capriccio auf zwei Klavieren" von Mauricio Kagel ARD Wettberb 2005)
Das zeitgenössische Repertoire für Klavierduo ist sehr reichhaltig. Viele bedeutende zeitgenössische Komponisten wie z.B. O. Messiaen, G. Ligeti, B.A. Zimmermann, P.Boulez, U. Leyendecker oder M. Kagel haben diese Gattung mit großartigen Werken bedacht. Wir haben ein spezielles Interesse an diesem Repertoire und haben bereits einige Uraufführungen gespielt. Beim ARD Wettbewerb 2005 erhielten wir den Sonderpreis für die beste Interpretation von Mauricio Kagel’s „Capriccio auf zwei Klavieren“ (2004 komponiert).

Frage:
Wird Ihr Erfolg in Miami mit dem Sonderpreis für Regers op.86 Sie anspornen,
dieses Werk verstärkt aufzuführen oder auch einzuspielen?
Wir haben die Beethoven-Variationen schon seit einigen Jahren im Repertoire, lieben dieses Werk sehr und haben es auch schon aufgenommen. Durch die konzertante Wirkung, die heitere Grundstimmung und die Transparenz der Stimmführung zählt es sicher zu den leichter zugänglichen Reger-Werken.

Frage:
Planen Sie, weitere Werke Regers in Ihr Repertoire aufzunehmen?
Introduktion, Passacaglia und Fuge op.96 für 2 Klaviere und einige Werke für vier Hände an einem Klavier wollen wir mittelfristig in unser Repertoire aufnehmen. Auf unserem weiteren künstlerischen Weg werden wir die Musik Regers sicher häufig aufführen. Vielleicht können wir etwas dazu beitragen, dass die Reger-Freunde noch zahlreicher werden.

Frage:
Welche Projekte stehen in der nächsten Zeit an?
Als nächstes steht u.a. ein Konzert bei der „Langen Nacht der Musik“ , das vom BR mitgeschnitten wird, am 31. Mai in München auf dem Terminplan. Danach Wettbewerbe in Italien und Meisterkurse in Weiden und Goslar.

Frage:
Welche positiven Eindrücke bringen Sie zusammenfassend aus Miami mit?
Die Wettbewerbswoche in Miami war für alle Teilnehmer wirklich harte Arbeit ( 5 Semifinal-runden ohne einen Tag Pause und das Finalkonzert mit Orchester ). Umso schöner für uns, dass sich die Anstrengungen mit dem 3.Preis sowie dem Reger-Preis gelohnt haben.
Da die Vorspiele in der Musikuniversität stattfanden, hatten wir auch die Gelegenheit, ein paar Eindrücke über die amerikanische Musikkultur zu gewinnen. Durch die Unterbringung bei Gastfamilien konnten wir zudem nette Leute kennen lernen und etwas von der karibischen Atmosphäre in Miami aufnehmen.
Unter den Teilnehmern herrschte trotz der Konkurrenz ein sehr angenehmes Klima. So sind nach dem Wettbewerb einige freundschaftliche Kontakte zu den anderen Duos entstanden.

Für die sehr informativen Antworten bedankt sich proreger.de ganz herzlich.
© Albert Pöllath 9.4.08

Vita Duo Humburger

Klavierduo
Richard & Valentin Humburger

T 6, 18
68161 Mannheim
Tel: 0151 56 90 76 21
oder:
Schulweg 9
74855 Neckarmühlbach
Tel: 06266 / 466
Fax: 07063 / 951135
E-Mail: RichardHumburger@gmx.de

Lebenslauf:
„Bei der facettenreichen Interpretation (Schubert: Fantasie f-moll) in makelloser technischer Synchronisierung gewann man nahezu den Eindruck, dass eine derartig hohe künstlerische Übereinstimmung nur von Zwillingen, die ja von Geburt an vieles gemeinsam haben, möglich ist. (Rhein-Neckar-Zeitung).“

Schon seit ihrer Kindheit begeistern sich die Zwillingsbrüder Richard und Valentin Humburger für das vierhändige Zusammenspiel an einem oder zwei Klavieren. Inzwischen sind sie ständiger Gast auf namhaften europäischen Konzertpodien; so unter anderem beim Rheingau Musik Festival, Mozartfest Würzburg, Schwetzinger Festspiele, der Mozartwoche in Mannheim und beim Ascoli Piceno Festival (Italien). Konzertverpflichtungen führten sie durch Deutschland, nach Österreich, Frankreich, Tschechien, Russland, Norwegen und Italien.

Sie sind Preisträger bei den zwei weltweit renommiertesten Wettbewerben für Klavierduo: 2008 gewannen sie beim 11. Murray Dranoff International Two-Piano Competition in Miami/Florida den 3. Preis sowie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von Max Reger. Beim 54. Internationalen Musikwettbewerb der ARD 2005 erspielten sie sich den Sonderpreis für die beste Interpretation der Auftragskomposition, ein „Capriccio auf 2 Klavieren“ von Mauricio Kagel, und brachten es im Prinzregententheater München zur Uraufführung (Live-Übertragung des Bayrischen Rundfunks).
Außerdem sind sie Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg, Gewinner des Wettbewerbs der Musikhochschulen Deutschlands, des Internationalen Franz Schubert Wettbewerbs in Tschechien und des Torneo Internazionale di Musica in Italien.

Im Anschluß an diese Erfolge entstanden Rundfunk- und CD-Aufnahmen unter anderem beim SWR, DeutschlandRadio Berlin und dem Bayrischen Rundfunk. 2006 wurde vom SWR im Rahmen der Schwetzinger Festspiele ein Portrait mit einem Interview gesendet.

Ihre musikalische Ausbildung absolvierten Richard und Valentin Humburger zunächst bei Ulrich Meining. Von 2001-2007 studierten sie in Mannheim bei Prof. Rudolf Meister und
Ok-Hi Lee und schlossen mit dem Künstlerischen Reifediplom solistisch ab. Seit 2007 studieren sie in München in der Meisterklasse von Yaara Tal und Andreas Groethuysen. Wichtige Erfahrungen und Impulse holte sich das Klavierduo außerdem bei zahlreichen Meisterkursen, insbesondere bei Andras Schiff, Alfons Kontarsky und György Kurtag.

Mit freundlicher Genehmigng Klavier Duo Humburger